Der Islam

 

IM NAMEN GOTTES, DES ALLERBARMERS, DES GNÄDIGEN

Lob zu Gott, Herr der Welten und dass Er den Grad unseres Propheten Muhammad noch mehr ehre und preise und seine Gemeinschaft vor dem schütze, was der Prophet für sie fürchtet.

 

Wir möchten Ihnen hiermit eine Zusammenfassung über den islamischen Glauben geben, welcher die Basis unserer Gesetzgebung ist. Für uns Muslime bildet der Glaube an einen Schöpfer die Grundlage unserer Religion.

 

Durch die Kenntnis des Glaubens kann man die Verhaltensweise der Muslime verstehen, welche ihre Religion in allen Lebensbereichen praktizieren, sei dies in wirtschaftlichen, praktischen, wissenschaftlichen, sozialen, erzieherischen und in anderen Bereichen.

 

Jeder Mensch ist in der Lage, die Existenz Gottes mit Hilfe seiner Einsicht zu erkennen. Der Mensch findet in der Natur und in sich selbst unzählige Zeichen, welche die Existenz Gottes beweisen. Die wunderbare Natur mit ihrer Farbenvielfalt, den Pflanzen und der Tierwelt, die Vielfalt der Menschen auf dieser Welt und viel anderes, sind Zeichen der Existenz Gottes. Doch trotz ihrer Unterschiede verbindet sie, dass ihre Zeit in dieser irdischen Welt beschränkt ist.  

 

Einige sagen, dass man die Existenz Gottes nicht beweisen könne, weil man Ihn nicht sieht. Denjenigen stellen wir daraufhin die Frage: Ist das Sehen eine Voraussetzung für Wissen? Die Antwort lautet: Sicher nicht! Auch stellen wir, um ein Beispiel zu geben, die Frage: Kann der Mensch seinen Verstand sehen? Die Antwort: Sicher nicht! Also wird es niemandem gelingen seinen Verstand zu sehen, aber dennoch wird man nicht leugnen, dass man einen Verstand besitzt. So können wir die Existenz von Gott beweisen, ohne das Sehen zu benützen. Denn woher kommt der menschliche Körper, die Natur, das Weltall? Wer lässt die Sonne scheinen? Wer lässt es Tag und Nacht, Frühling, Sommer, Herbst und Winter werden? Wer lässt unser Herz schlagen, damit wir atmen und weiterleben können? Doch etwa kein menschliches Geschöpf, das doch selbst all diesen Dingen unterworfen ist.

 

Man erzählt, dass ein Lehrer, welcher glaubte intelligent zu sein, eines Tages zu seinen Schülern sagte: "Seht ihr die Wandtafel" - "Ja", antworteten sie, "Also existiert die Wandtafel", erwiderte der Lehrer. "Aber", sagte er, "ich sehe Gott nicht, also existiert er nicht". Da erhob sich einer der Schüler und fragte seine Mitschüler: "Seht ihr die Lampe?" - "Ja", sagten sie. "Also existiert die Lampe". "Seht ihr den Verstand unseres Lehrers?" - "Nein", antworteten die Schüler. "Also existiert er nicht, unser Lehrer hat keinen Verstand".

 

Allah ist der arabische Ausdruck für Gott. Selbst die  Christen in arabischen Ländern benützen das Wort Allah, wenn sie über Gott sprechen wollen. In der französischen Sprache wird das Wort Dieu benutzt, im Englischen God, im Italienischen Dio, usw. Dies sind Namen in verschiedenen Sprachen, die auf den Schöpfer hinweisen.

 

Gott hat die Menschen erschaffen, um Ihn anzubeten und dem Weg der Propheten zu folgen. Islam ist ein arabisches Wort, das “sich unterwerfen“ bedeutet. Das heisst, an einen Schöpfer zu glauben, Ihm nichts zuzugesellen und dem Propheten der Zeit zu folgen. Es gab 124'000 Propheten und nur vier unter ihnen waren Araber. Die Mehrheit aller Propheten war von den Kindern Israels und hat kein Arabisch gesprochen. Sie sprachen unter anderem Hebräisch wie Moses und Altsyrisch wie Jesus. Also haben sie das arabische Wort Islam nicht benutzt, verwendeten jedoch andere Worte in ihrer Sprache, welche dieselbe Bedeutung hatten. Somit ist der Islam keine neue Religion, sondern die Religion aller Propheten. Die Botschaft des Islams richtet sich an die ganze Menschheit. Durch den Islam findet der Mensch gesellschaftliche Harmonie und Frieden mit sich selbst.

 

Die Glaubensbasis der Muslime

 

Die Aussage, dass es keinen Gott gibt ausser GOTT bedeutet, dass diese Welt keinen anderen Schöpfer ausser Gott hat, und dass nichts ausser Ihm die Anbetung verdient.

 

Gott, der Allmächtige, hat alle Geschöpfe (Körper, Taten, Gedanken usw.) aus dem Nichtsein in die Existenz gebracht.

Der Verstand bestätigt, dass jede Tat einen Täter braucht und es kein Buch ohne Autor gibt und kein Gebäude ohne Erbauer. So ist es vernunftmässig vorrangig, dass diese Welt einen Schöpfer braucht, der sie in die Existenz gebracht hat.

 

Gott benötigt keinen Platz, da Er der Schöpfer aller Plätze ist. Gott war, bevor Er die Plätze erschuf, und nachdem Er die Plätze erschaffen hat, wie Er war - nämlich ohne Platz. So ist Gott weder im Himmel noch oben noch überall, sondern Er existiert ohne Platz.

 

Gott hat unzählbare Eigenschaften, darunter die Unvergleichbarkeit, welche uns verdeutlicht, dass Gott und Seine Eigenschaften nicht mit den Geschöpfen und deren Eigenschaften gleichzusetzen sind. Zu Seinen Eigenschaften gehören: die Existenz, die Einzigkeit, die Anfangslosigkeit, die Endlosigkeit, die Allmacht, der Wille, das Wissen, das Hören, das Sehen, das Leben, das Wort, die Unabhängigkeit.

 

Alle Seine unzählbaren Eigenschaften haben, wie Er selbst, keinen Anfang und kein Ende. Er ist Derjenige, Der mit aller Vollkommenheit beschrieben wird, die zu Ihm passt und Derjenige, Der über jede Unvollkommenheit erhaben ist. Die Machtlosigkeit, die Krankheit, die Ignoranz und der Tod sind für uns denkbar und dies sind alles unvollkommene Eigenschaften. Wenn Gott uns gleichen würde, wäre es denkbar, dass Er diese unvollkommenen Eigenschaften hätte und dies steht im Widerspruch zur Gottheit.

 

Gott ist keinem der Dinge, die Er erschuf, ähnlich, und keines der Dinge, die Er erschuf, ist Ihm ähnlich. Gott gleicht weder den Menschen noch den Engeln noch den Geistern. Er gleicht weder dem Mond noch den Sternen noch der Sonne. Er gleicht weder der Dunkelheit noch der Helligkeit noch dem Licht.

  

Man versteht von einem grossen islamischen Gelehrten, dass Gott verschieden ist von allem, was man sich vorstellen kann. Die Vorstellung ist ein Geschöpf Gottes und somit ist es unmöglich, sich Gott, den Schöpfer vorzustellen.

Unser Verstand ist wahrlich begrenzt, um alles, was auf den guten Weg führt, zu erkennen. Darum wurden uns durch die Gnade Gottes Propheten gesandt, welche uns den guten Weg zeigen, um gerettet zu werden.

 

Durch die Propheten von Gott lernen wir, was Gott uns befohlen hat, was erlaubt und was verboten ist, usw. Er hat Ihnen Bücher offenbart, welche der Ausdruck des Göttlichen Wortes sind. Durch dieses Wort, welches weder Sprache noch Silben ist, befiehlt, warnt, verspricht, kündigt Gott an, usw.

 

Der Prophet Muhammad (sallallahu ^alajhi wa sallam) hat die Propheten, im übertragenen Sinn, mit Brüdern eines "Vaters" - dem Islam - verglichen (da die Religion der Propheten eine ist)  und verschiedenen "Müttern" - Gesetzgebungen - (da diese teils unterschiedlich sind). Deshalb glauben und sagen wir, dass Jesus - an den wir als Prophet glauben - nie gesagt hat, er sei Gott oder dessen Sohn. Auch Jesus gehörte - wie die anderen Propheten - zu den Menschen. Er hatte menschliche Bedürfnisse, wie schlafen, essen, trinken, usw. Dies sind Beweise für sein Menschsein und es ist unmöglich, dass der Bedürftige Gott sein kann. Alle Propheten verkündeten den richtigen Glauben und lehrten die Menschen Gutes zu tun und Schlechtes zu unterlassen.

 

Die Aussage, dass Muhammad Sein Prophet ist bedeutet, dass Muhammad (sallallahu ^alajhi wa sallam) Sohn von ^Abdullah, Diener und Verkünder Gottes ist. Er wurde zur gesamten Menschheit gesandt. Er ist in Mekka geboren und erhielt im Alter von 40 Jahren die Prophezeiung durch den Engel Gabriel. Später wanderte er auf Gottes Befehl nach Medina aus, wo er im Alter von 63 Jahren verstarb und bestattet wurde. Er ist der abschliessende Prophet, d.h. dass kein neuer Prophet nach ihm kommen wird.

 

Zu den Pflichten der Gemeinschaft des Propheten Muhammad (sallallahu ^alajhi wa sallam) gehören unter anderem das Gebet, das Fasten im Mondmonat Ramadan, die Zakat (obligatorische Pflichtabgabe) und der Hajj (die Pilgerreise), die jeder Muslim, welcher die Pubertät erreicht hat und bei Verstand ist, erfüllen muss.

 

Die Propheten vereinten alle die folgenden Eigenschaften: Intelligenz, Wahrheitstreue, Glaubwürdigkeit, Mut, Tapferkeit, eine klare Ausdrucksweise, ein schönes Aussehen, usw. Der Prophet Muhammad (sallallahu ^alajhi wa sallam) war, bevor er die Prophezeiung erhielt, bereits als “Muhammad der Ehrliche“, bei den Leuten bekannt. 

 

Die Eigenschaften der Lüge, des Betrugs, der Feigheit, der Obszönität, usw. sind für alle Propheten unmöglich. Sie sind auch immun gegen die Gotteslästerung, gegen die grossen Sünden und die kleinen Sünden, welche Zeichen eines niedrigen Charakters sind. Es ist für sie auch unmöglich, dass sie an abstossenden Krankheiten litten, wie es in manchen falschen Büchern erwähnt wurde.

 

Als Beweis ihrer Wahrhaftigkeit hat Gott die Propheten durch Wunder unterstützt. Er hat dem Propheten Muhammad (sallallahu ^alajhi wa sallam) sehr grosse Wunder gegeben, unter anderem dieses:

Einmal war der Prophet (sallallahu ^alajhi wa sallam) mit einer grossen Anzahl seiner Gefährten zusammen in der Wüste und es herrschte grosser Mangel an Wasser. Als die Leute zu ihm kamen und sich darüber beklagten, tauchte er seine Hand in ein Gefäss, in welchem sich ein Rest Wasser befand. Dann nahm er die Hand heraus und seine 1'500 Gefährten sahen, dass das Wasser wie Quellen aus seinen Fingern strömte, wovon sie alle einen Nutzen zogen. Selbst wenn es 100'000 gewesen wären, hätte das Wasser gereicht. Dieses Ereignis wurde von einer sehr grossen Anzahl der anwesenden Gefährten weitererzählt und bis zur heutigen Zeit überliefert. Also ist an dessen Wahrheit nicht zu zweifeln, da es unmöglich ist, dass eine solch grosse Anzahl Leute sich auf eine Lüge einigt.

 

Das grösste Wunder des Propheten Muhammad (sallallahu ^alajhi wa sallam), welches wir bis in unsere Zeit wahrnehmen können, ist der Qur`an. Er ist das Wort Gottes. Der Qur`an ist das himmlische Buch, welches durch den Engel Gabriel auf dem Weg der Offenbarung zum Propheten Muhammad herab gesandt wurde. Der Qur`an ist die letzte der Offenbarungsschriften. Er existiert bis heute auf dieser Erde und ist unverändert geblieben, da er von Gott geschützt ist. Auch nichtmuslimische Kritiker anerkennen die Tatsache, dass er nicht verändert wurde.

 

Nicht nur der gesamte Qur`an, sondern jedes Kapitel, selbst das Kleinste gilt als Wunder. Sein sprachlich hohes Niveau ist ein Wunder und sein Stil ist einzigartig. Er ist weder poetisch noch prosaisch. Er wurde während der Lebzeit des Propheten Muhammad (sallallahu ^alajhi wa sallam) in Abschnitten offenbart und auf seine Aufforderung hin niedergeschrieben. Ausserdem gab es viele der Gefährten des Propheten (sallallahu ^alajhi wa sallam), die den heiligen Qur`an auswendig lernten.

*sallallahu ^alajhi wa sallam bedeutet: “Gott möge unseren Propheten Muhammad noch mehr ehren und preisen und seine Gemeinschaft vor dem schützen was er für sie fürchtet.“

 

Zusammenfassend beinhaltet die Glaubenslehre:

 

- Den Glauben an die Einheit Gottes, des Ewigen, des Allwissenden, des Allerbarmers, des Gerechten Schöpfers und Ernährers von allem. Er allein ist anbetungswürdig. Seine Eigenschaften sind alle vollkommen und einzigartig.

 

- Den Glauben an alle Gesandten Gottes, von denen der erste `Adam und der letzte Muhammad waren. Dies bedeutet, dass die Muslime auch an das Prophetentum von Nuh (Noah), `Ibrahim (Abraham), Musa (Moses) und ^Isa (Jesus) usw. glauben. Alle wurden von Gott auserwählt. Ihre Aufgabe bestand darin, die Botschaft Gottes zu verkünden und ein Vorbild für die Menschen zu sein. Alle Propheten hatten die gleiche Religion, den Islam und sie verkündeten, dass es keinen Gott ausser Gott gibt. Während der Glaube immer derselbe war, gab es Unterschiede in der Gesetzgebung. Jeder Prophet wurde zu einem bestimmten Volk gesandt, bis auf den Propheten Muhammad (sallallahu ^alajhi wa sallam), welcher zu allen Menschen gesandt wurde. Er ist das Siegel der Propheten (^alajhimu s-salam).

 

- Den Glauben an alle Offenbarungsschriften Gottes in ihrer ursprünglichen Form. Diese Schriften, welche die Propheten-Verkünder erhielten, wurden alle zum Himmel emporgehoben ausser dem Qur`an. Besonders erwähnt werden im Qur`an die Bücher des Propheten `Ibrahim (Abrahams), die Bücher und die Thora des Propheten Musa (Moses), die Psalmen des Propheten Dawud (Davids) und das Evangelium des Propheten ^Isa (Jesus) (^alajhimu s-salam). Alle Offenbarungsschriften, die Thora, die Psalmen, das Evangelium, der Qur`an usw., haben zum Islam eingeladen.

 

- Den Glauben an die Existenz der Engel. Der Islam lehrt, dass Gott die Engel aus Licht erschuf. Sie sind weder männlich noch weiblich und sie pflanzen sich nicht fort. Sie essen, trinken und schlafen nicht. Ihre Anzahl ist sehr gross. Die Engel führen alle Befehle Gottes aus und begehen keine Sünden. Alle sind Muslime mit einem hohen Rang.

 

- Den Glauben an den “letzten Tag“. Der Qur`an lehrt, dass das diesseitige Leben eine Prüfung für die Menschen ist, um sich durch Geduld und gute Taten auf das ewige Leben nach dem Tode vorzubereiten. Nach ihrer Auferstehung werden die Menschen im Jenseits für ihre weltlichen Taten zur Rechenschaft gezogen.

 

- Den Glauben  an die Vorbestimmung Gottes. Der Muslim glaubt, dass alles, was in dieser Welt geschieht, von Gott vorbestimmt ist. Gott hat alles erschaffen, ob Gutes oder Schlechtes, jedoch liebt Gott das Schlechte nicht und warnt uns davor.

 

Viele Menschen auf der ganzen Welt sind in den letzten Jahren zum Islam übergetreten, weil sie durch die Lehre des Islams wahrnahmen, dass es die Richtige und verstandesgemäss logische Religion ist. Es ist einfach in den Islam einzutreten.

 

Man schliesst sich der Gemeinschaft der Muslime an: Mit dem Bekennen, dem Glauben in seinem Herzen und dem Bezeugen durch das Aussprechen von:

 "Es gibt keinen Gott ausser Gott und Muhammad ist Sein Verkünder“.

Somit wird man eine/r von Millionen Muslimen dieser Welt, denen Gott den ewigen Frieden versprochen hat.

Nach dieser Zusammenfassung über den Islam ist es uns ein wichtiges Anliegen, das verfälschte Bild unserer Religion in der westlichen Welt zu korrigieren und festzuhalten, dass der Islam gegen den Extremismus und Terrorismus ist, welcher in verschiedenen Ländern ausgeübt wird. Der Extremismus und der Terrorismus sind nicht im Sinne des Islams! Wir verurteilen das Töten von Unschuldigen, welche von Leuten fälschlicherweise im Namen des Islams umgebracht werden.

 

Ebenso möchten wir betonen, dass die Frau im Islam nicht unterdrückt ist. Sie besitzt Rechte, wie auch ihr Mann Rechte besitzt. Der Islam ist die Religion, welche auf alle Belange der Gläubigen eingeht. Dies ist zu ihrem Vorteil und Nutzen und darum überrascht es nicht, dass viele Leute zum Islam übertreten.

Wir hoffen, dass Sie einen Einblick in die Religion des Islam gewinnen konnten. Sollten Sie noch Fragen haben kontaktieren Sie uns bitte unter den aufgeführten Nummern.

 

Islamisches Zentrum Zürich

Militärstr. 52/Eisgasse 6

8004 Zürich

 

Tel.  044 241 13 31

Fax. 044 241 13 38

 

Inhaltlich enthält der Qur`an geschichtliche, gesetzliche und wissenschaftliche Aussagen, auch Vorhersagungen über bevorstehende Ereignisse, sowie Glaubensgrundsätze, Ratschläge, Versprechungen, Belohnungen, Bestrafungen, usw. Der Qur`an ist keineswegs veraltet weil er vor über 1'400 Jahren offenbart wurde, denn er enthält Nachrichten, die selbst moderne, nicht muslimische Wissenschaftler in Erstaunen versetzen. All dies deutet eindeutig auf einen Allmächtigen, Allwissenden und Gerechten Schöpfer hin!

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